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Junger Mann mit Laptop bei der Arbeiten im Homeoffice draußen im Garten

Das geänderte Nutzungsverhalten der Bevölkerung bedarf einer belastbaren, hochperformanten und zuverlässigen Infrastruktur

6-fache Erhöhung des Datenvolumens während der Corona-Krise

Wenn die Welt plötzlich über Nacht von zu Hause aus arbeitet, im digitalen Klassenzimmer lernt und nur noch über das Internet kommuniziert – sei es privat oder geschäftlich – hat das gravierende Auswirkungen auf den Datenverkehr und bedarf einer hochperformanten Infrastruktur.

Die Corona-Krise und der damit verbundene Lockdown hatte eine gravierende Auswirkung auf den Datenverkehr. Am weltweit größten Internetknoten DE-CIX in Frankfurt wurde am 10.03.2020 ein neuer Weltrekord aufgestellt: 9,16 Tbit/s Datendurchsatz – das sind 1.000.000 Mbit/s! Damit wurde direkt zu Beginn der Pandemie ein 6-fach höheres Datenvolumen als gewöhnlich gemessen. Dieses Ergebnis bestätigte auch die Nokia-Tochtergesellschaft Deepfield in/mit ihren Analysen im März 2020.

Heißt: In Zeiten von Corona und Social Distancing laufen die Arbeit, die Beziehungspflege und ein beträchtlicher Teil der Freizeitgestaltung über den einzig möglichen, gesundheitssicheren Weg, nämlich digital.

Homeoffice 2020

Vor der Pandemie lag Deutschland bei der Homeoffice-Nutzung mit 5 % noch deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Gerade einmal jeder dritte Arbeitgeber bot Homeoffice an und bei Weitem nicht jeder Beschäftigte nutzte die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Doch nun erlebte das Homeoffice in der Coronavirus-Krise einen unvorhersehbaren Boom.

Eine repräsentative Erhebung des ifo Instituts im April 2020 zeigt, dass etwa drei Viertel der Firmen in Deutschland bei der Bewältigung der Krise auf eine verstärkte Nutzung von Homeoffice setzen. Dabei kommt im Laufe der Zeit das Homeoffice auch immer besser bei den betroffenen Personen an. 79 % der befragten Frauen und 85 % der befragten Männer sind laut der Fraunhofer FIT Homeoffice-Umfrage im April 2020 zufrieden mit dem Homeoffice – wobei es keine Rolle spielt, ob es sich um Teammitglieder oder Führungskräfte handelt. So wird sogar im Verlauf der Umfrage sowohl die individuelle als auch die Performance im Team als immer besser eingeschätzt.

Diese Tatsache lässt vermuten, dass nach dem ersten Moment der „Zwangsdigitalisierung“ mit Startschwierigkeiten, u. a. durch Probleme mit der technischen Ausstattung verursacht, recht schnell eine gewisse Routine eingekehrt ist und sich die Mitarbeiter der Unternehmen zunehmend in die neue Situation hineingefunden haben. Die neue Art der Zusammenarbeit und auch des Lernens wurde durch vielfältige, innovative, digitale Kommunikationsmöglichkeiten, wie Video-, Chat- und andere Anwendungen zur Zusammenarbeit, begünstigt und sichergestellt.

Obwohl immer mehr Arbeitnehmer mit entsprechenden Hygienevorkehrungen in die Unternehmen zurückkehren, zeigt sich eine klare Tendenz: 68 % möchten weiterhin, zumindest zeitweise, im Homeoffice arbeiten. Das zeigt, welchen Stellenwert und welche Bedeutung das Homeoffice im Zusammenhang mit der Pandemie mit sich gebracht hat.

Gleichzeitig baute die Pandemie innerhalb kürzester Zeit auf Arbeitgeberseite viele bestehende Hürden und Vorbehalte gegenüber Homeoffice ab: von der Digitalisierung der Arbeitsprozesse über die Ausstattung der Mitarbeiter mit der entsprechenden Technik und den unternehmensweit erlaubten Kommunikationstools bis hin zu der Widerlegung der Annahme eines grundsätzlich weniger produktiven Heimarbeiters. Damit wurde auf Unternehmensseite die Corona-Krise zu einem wahren Katalysator für die unternehmensinterne Digitalisierung.

Eine Auswertung von Stellenausschreibungen und Suchanfragen auf der Plattform LinkedIn zwischen März und Juni dieses Jahres deutet bereits auf einen erkennbaren Homeoffice-Trend hin. Aufrufe von Stellen, die zur Arbeit im Homeoffice ausgeschrieben sind (Remote Jobs), haben sich mehr als verdoppelt. Obwohl sich der Trend nach der Pandemie prinzipiell wieder umkehren könnte, scheinen viele Unternehmen das Angebot von Homeoffice als einen Vorteil im Wettbewerb um die klügsten Fachkräfte zu entdecken. (LinkedIn Corporation: "Wie wir nach Corona arbeiten werden", 29. Juli 2020)

Zusammengefasst zeigt der Zwang zum Homeoffice viel Positives. Für die Unternehmen gibt es daher keinen einfachen Weg zurück zu alten Büro-Routinen. Stattdessen müssen flexible Konzepte entwickelt werden, die die Anforderungen und Wünsche von Arbeitgebern und -nehmern gleichermaßen erfüllen. Hier werden hybride Konzepte gebraucht – die aber nur erfolgreich sein können, wenn die infrastrukturellen Rahmenbedingungen entsprechend gesetzt sind und Homeoffice zumindest von der technischen Anbindung her sowohl in der Stadt als auch auf dem Land in ganz Deutschland möglich ist.

Zwei Freunde surfen gleichzeitig im Internet

Auch außerhalb der Arbeitszeit sind die Menschen noch stärker online

Nicht nur geschäftlich, sondern auch privat hielt die Nutzung digitaler Angebote verstärkten Einzug. Wir alle sind uns einig, dass Social Distancing eine effektive Maßnahme gegen die Ausbreitung des Corona-Virus ist, doch gleichzeitig gilt es auch darauf zu achten, dass nicht eine weitere, zunächst unbemerkte Bedrohung die öffentliche Gesundheit verschlimmert: die Einsamkeit. Studien, die bereits 10 Jahre zurückliegen zeigen, dass soziale Isolation genauso schädlich sein kann wie das Rauchen von 15 Zigaretten am Tag. Das Aufrechterhalten von sozialen Kontakten ist also immens wichtig. Doch dabei ist die schnellste und einfachste Methode, das Schreiben von Textnachrichten, nur ein kleiner Teil der zwischenmenschlichen Kommunikation. Denn es fehlen jegliche sozialen Signale: der Gesichtsausdruck, die Stimme, die Gestik. Nur so kann das Geschriebene in den richtigen Kontext gesetzt und verstanden werden. Bei Videokonferenzen können die Teilnehmer darüber hinaus auch Mimik und Handgesten des Gegenübers beobachten. Das alles hilft Menschen, miteinander zu interagieren. Und nicht zuletzt deshalb erleben Videotelefonie-Angebote einen Boom.

Im Juni 2020 wurde ZOOM Cloud Meetings (Video Communications) weltweit rund 17 Millionen Mal über den Apple App Store heruntergeladen. Ein Jahr zuvor belief sich laut prioridata.com die Anzahl der Downloads auf rund 770.00. Im März lag die Downloadzahl kurzzeitig sogar bei rund 36 Millionen.

Zudem zählte im Juni 2020 „Skype – free IM & video calls“ mit rund 2 Millionen Daily Active Usern (DAU) im Google Play Store zu den fünf beliebtesten Apps in Deutschland.

Doch womit beschäftigt man sich, wenn der Arbeitstag vorüber ist und mit allen Freunden und Familienmitgliedern per Videoanruf gesprochen wurde?

Singles in Deutschland:

  • 36 % hören mehr Musik (Radio, Podcasts)
  • 35 % schauen mehr Fernsehen (TV, Netflix & Co.)
  • 32 % lesen mehr
  • 31 % kochen und backen mehr
  • 28 % verbringen mehr Zeit mit Social Media
  • 26 % machen mehr Sport draußen

Zudem waren für die Deutschen die folgenden Punkte neu im Zuge der Corona-Krise: 40 % haben häufiger Medien genutzt, 27 % waren kreativ in Haus und Garten, 26 % haben viele neue Sachen in der Küche ausprobiert, 19 % haben Videokonferenzen für sich entdeckt und 18 % haben an Online-Veranstaltungen teilgenommen.

Wer kann und die entsprechende Internetverbindung hat, bedient sich zudem diverser Online-/Streaming-Angebote. Im April nutzen 37 % der Personen in Deutschland den Videostreaming-Anbieter Netflix, 22 % Amazon, 14 % TVNOW und 10 % Disney+.

Generell besagen die Prognosen, dass vor allem die Segmente „Video-on-Demand“ um 27,4 % und „Digitale Musik“ um 34 % bis 2025 stark zulegen werden. Das heißt, wir werden dann allein in Deutschland bei jeweils gut 29 Millionen Nutzern liegen. Ebenso wird der Markt der Videospiele zunehmen. Je nach Segment (Online/Mobile/Download) unterscheiden sich hier die prognostizierten Zuwächse der Nutzerzahlen zwischen 8 % und 10 %.

Immer mehr Menschen nutzen immer mehr Daten – vor allem gleichzeitig. Das bedarf einer verlässlichen Infrastruktur.

Als Fazit wird deutlich: Alle Anwendungen – ob privater oder geschäftlicher Natur – sind immer abhängig von der vorhandenen Stabilität und Leistungsfähigkeit der Infrastruktur. Solche Fakten und die geänderten Nutzungsverhalten machen deutlich, wie sehr wir uns heute und in Zukunft zu jeder Zeit auf unsere Netze verlassen können müssen.

An dieser Stelle spielt Glasfaser bis in jede Wohnung ihre entscheidenden Vorteile aus: garantierte Geschwindigkeiten, Stabilität und enorme Leistungsfähigkeit. Ob also nur ein Haushalt oder gleich mehrere in einem großen Objekt versorgt werden müssen – bei dieser Ausbauweise bekommt jeder Kunde in seiner Wohnung genau die Leistung, die er gebucht hat. Aufgrund der geringen Störanfälligkeit bietet Glasfaser immer eine stabile Leistung, egal ob die Nachbarn auch gerade surfen, streamen oder Videotelefonie betreiben. Damit ist jede Wohnung bestens für die Zukunft und alle künftigen Anwendungen gerüstet.

Deswegen gilt es in puncto Zukunftssicherung zeitnah über eine Optimierung bzw. einen Glasfaser-Ausbau der Infrastruktur in den Mietobjekten nachzudenken.

Zum Hintergrund

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Diese Themen haben wir für Sie aufbereitet:

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