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Infrastruktur, Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Epochenwechsel

Bonn, 09. Juni 2022:

Mobilfunk wird mit 5G bis in jeden Winkel schnell, die Glasfaser löst Kupfer und Kabel ab: Befeuert durch den wachsenden Bandbreitenhunger, neue Gesetze und Milliardeninvestitionen der Netzbetreiber, vollzieht sich der Epochenwechsel in der Medieninfrastruktur jetzt unter Hochdruck. Für die Immobilienwirtschaft, aber auch Stadtentwickler und Wirtschaftsförderer bringt er gute Nachrichten.

In der deutschen Politik ist viel von einer „Zeitenwende“ die Rede – meist ist damit ein Kurswechsel in der Außen-, Sicherheits- und Klimapolitik gemeint. Die neue Entschlossenheit, überkommene Denkmuster zu überwinden, alte Zöpfe abzuschneiden und die Zukunftsfragen mit Entschlossenheit anzupacken, ist aber auch auf anderen Politikfeldern zu spüren: Die Erneuerung der Infrastruktur für Medien- und Kommunikation vollzieht sich jetzt unter Hochdruck: Mobilfunk wird mit 5G bis in jeden Winkel schnell, die Glasfaser löst Kupfer und Kabel als Standard für die digitale Grundversorgung der Gebäude ab. Der seit der Pandemie sprunghaft gestiegene Bandbreitenhunger, der massenhafte Umzug von Berufstätigen ins Home-Office und neue Entertainment-Plattformen statt linearem Fernsehen haben das Ende des Kupferzeitalters besiegelt.

Die gestiegenen Energiepreise und die Klimadebatte haben einen weiteren Vorteil der Glasfaser ins Blickfeld gerückt: Ihr geringer Strombedarf und ihre Zuverlässigkeit. Zum Vergleich: Koax- Kabelnetze müssen elektrisch verstärkt werden, sind dadurch anfälliger und brauchen siebenmal mehr Strom. Projekt- und Stadtentwickler wissen längst: wenn die Stadt ein intelligenter Organismus werden soll, in dem sich Gebäude und Verkehrsströme effizient selbsttätig steuern, schaffen erst 5G- und Glasfasernetze die Grundlage – wie ein digitales Nervensystem. Ohne Glasfaser kein 5G: beide Infrastrukturen bedingen einander. Ihr Zusammenspiel macht das Internet der Dinge erst möglich: Smarte digitale Verwaltung von Gebäuden, Arbeitsprozessen und Instandhaltungsmaßnahmen, intelligentes Management von E-Ladestationen, Carsharing und öffentliche Verkehrsmittel und smarte Abfallwirtschaft sind nur einige Beispiele für Anwendungen, die enorme Effizienzgewinne versprechen.

01 – Campus WLAN
02 – eBike- & Car-Sharing Station
03 – Digitales Informationssystem
04 – Smarte Sicherheitskameras
05 – Smarte Abfallwirtschaft
06 – Smarte E-Ladesäulen

07 – Parkplatzmanagement
08 – Verkehrsmittel-Infoplattform
09 – Smarte Paketstationen
10 – Gebäude-, Verkehrswegesicherung
11 – Smarte Verwaltung/Instandhaltung
12 – Smarte LED-Straßenbeleuchtung

„Giga“ ist nicht genug

Aus der Erkenntnis sind inzwischen Taten geworden: Schon die alte Bundesregierung hat mit der Novellierung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) wichtige Weichen für den Umstieg von Kabelfernsehen auf Glasfaser gestellt. Es beendet die Umlagefähigkeit des Kabelanschlusses und schafft Anreize für die Gebäudemodernisierung mit Glasfaser. Die neue Bundesregierung zeigt sich noch konsequenter: Sie spricht nicht mehr von „gigabitfähigen Infrastrukturen“, sondern hat sich auf FTTH, also Glasfaser bis in die Wohnung festgelegt, denn sie weiß: Nur die Glasfaser hat mittel- und langfristig die Kapazität, Versorgungssicherheit zu schaffen.

Zwar sind durch dieses Bekenntnis nicht automatisch die zahlreichen bürokratischen Hürden beim 5G- und Glasfaserausbau vom Tisch gefegt. Es ist dennoch ein deutliches Signal zum Aufbruch, das auch weltweit verstanden wird. Die Netzbetreiber investieren jetzt wie noch nie, allen voran die Telekom: Bis 2030 sollen sämtliche Haushalte und Unternehmen in Deutschland mit einem Glasfaseranschluss ausgestattet werden. Einen großen Teil davon will die Telekom bauen, einen Teil soll der Wettbewerb liefern. Dafür bringt die Telekom eine gewaltige Summe auf – 30 Milliarden Euro, das ist die größte Infrastrukturinvestition in der Geschichte des Unternehmens.

Geburtsfehler der Kabelnetze nicht wiederholen

Allerdings: Geld baut allein noch keine Netze. Deshalb stellt sich die Telekom in diesen Tagen neu auf. Mit regionalem Knowhow, kurzen Entscheidungswegen und unterstützt durch künstliche Intelligenz in Planung und Ausbau. Mit dem Ziel, den Glasfaserbau noch schneller, effizienter und auch partnerschaftlicher voranzutreiben. So hat die Telekom allein in Berlin ihr Ausbauziel von einer auf zwei Millionen verdoppelt – also nahezu den gesamten Berliner Gebäudebestand. Im Alleingang ist die Zielmarke 2030 selbst für ein Unternehmen wie die Telekom nicht zu bewältigen. Sie setzt auf den Schulterschluss mit der Wohnungswirtschaft, Kommunen, Projektentwicklern, aber auch auf Kooperationen mit dem Wettbewerb. Vorausgesetzt, sie sind langfristig orientiert. So kooperiert die Telekom mit regionalen Netzbetreibern und hat mit dem australischen Pensionsfonds IFM ein Joint-Venture für die Erschließung des ländlichen Raums gegründet. Der Wohnungswirtschaft ist die Goldgräberstimmung beim Verkauf der Kabelnetze an Investoren um die Jahrtausendwende noch in unguter Erinnerung – einschließlich der darauffolgenden wiederholten Eigentümer-, Namens- und Strategiewechsel. Ein Geburtsfehler der Koax-Kabelnetze in den 1980er Jahren war das stark fragmentierte Netzeigentum. Die Zersplitterung in verschiedene Netzebenen und unzählige Betreiber war politisch gewollt. Sie sorgte in der Folge für Zuständigkeitschaos bei Service und Entstörung und behinderte deren Digitalisierung.

Zuverlässigkeit – ohne Schema F

Die Telekom baute das größte Glasfasernetz Deutschlands, ohne dass die Öffentlichkeit davon Notiz nahm. Sie führte immer höhere Internetgeschwindigkeiten und neue Angebote wie die Fernsehplattform Magenta-TV ein – geräuschlos und zuverlässig. Der Verbraucher vertraut keinem Provider mehr als der Telekom. Als während der Pandemie der Bandbreitenbedarf geradezu explodierte, hielten die Netze dem Ansturm stand. Obendrein stand und stehen sie auch dem Wettbewerb offen. Die Telekom fühlt sich dem Prinzip des open access verpflichtet: Unter fairen, marktwirtschaftlichen Bedingungen stehen die Netze anderen Unternehmen offen. Das sind Qualitäten, die auch das Glasfasernetz der Telekom auszeichnen. Sie geben der Immobilienwirtschaft und kommunalen Entscheidern Sicherheit bei der Wahl ihres Glasfaser-Partners: Bei der Telekom weiß man, was man hat.

Ein nachhaltiger Qualitätsanspruch bedeutet jedoch nicht, dass es beim Bau der Hausverteilnetze streng nach „Schema F“ zugehen muss: Ist die Liegenschaft erst mit einem Glasfaser-Hausanschluss angeschlossen, bietet die Telekom für die Vernetzung der Wohnungen und Geschäftsräume sowie die TV-Grundversorgung maßgeschneiderte Lösungen. Dieses flexible Konzept der Gebäudevernetzung hat die Telekom erfolgreich im Dialog mit der Wohnungswirtschaft entwickelt. Deshalb wirbt die Telekom bei der Immobilienwirtschaft, aber auch kommunalen Entscheidern und Projektentwicklern dafür, möglichst frühzeitig den Dialog mit der Telekom zu suchen – je früher, desto besser. Vom Gesamtbild einer nachhaltigen Gebiets- und Stadtteilentwicklung über die Ausbauplanung bis ins Detail der Wohnungsvernetzung lassen sich im Dialog die besten Lösungen entwickeln.

Ebenso wichtig ist es, die Menschen mitzunehmen: Deshalb bietet die Telekom nicht nur mit Magenta-TV einerseits die modernste digitale Entertainment-Plattform, sondern auch eine TV-Grundversorgung andererseits, die die Bedürfnisse älterer und wenig technikaffiner Menschen sowie internationaler Mitbürger beherzigt. Aus diesem Grund hat die Telekom übrigens unserem Glasfaseranschluss eine vom Kabelfernsehen vertrauten Koax-Steckdose mitgegeben. Es ist nur ein Detail, aber es erzählt viel über unseren Anspruch: Der Glasfaseranschluss der Telekom soll ein Anschluss für alle sein.

Dieser Artikel erscheint im "Standpunkt 2022" vom MuP-Verlag

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