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Artikelserie zum Glasfaserwissen: Teil 7

Glasfaser: Vorbereitung ist alles

Bonn, 07. Februar 2022:

Weihnachten kommt für viele immer so plötzlich. Die Glasfaser auch: Oft fallen Vermieter oder Verwalter aus allen Wolken, wenn die Telekom mit dem Bagger und Formularen vor der Tür steht. So vermeiden Sie unnötigen Zeit- und Handlungsdruck.

Deutschland ist spät dran mit dem Glasfaserausbau, aber das ändert sich gerade gewaltig: Keine Woche vergeht, in der nicht eine Stadt oder Kommune ans Glasfasernetz angeschlossen wird – immer begleitet von großem Tam-Tam:

Landräte, Bürgermeister und Wirtschaftsvertreter übernehmen gern den ersten Spatenstich, die Presse berichtet ausführlich, das Glasfaser-Unternehmen klebt Plakate, schickt Informationsschreiben an Hausbesitzer und Berater von Haustür zu Haustür. Obwohl die Aufklärungskampagnen in der Regel schon ein Jahr vor den ersten Bauarbeiten beginnen, schiebt mancher Vermieter und Verwalter das Thema Glasfaserausbau vor sich her – um sich dann am Tag X „überrumpelt“ zu fühlen.

Am besten gar nicht erst unterschreiben und auf Zeit spielen, empfehlen manche Kabelnetzbetreiber. Der Haus- oder Wohnungseigentümer solle doch stattdessen die – künftig nicht mehr umlagefähigen – Kabelgebühren ganz einfach aus eigener Tasche bezahlen, damit der Mieter möglichst erst gar nicht auf die Idee kommt, Fernsehen stattdessen über DSL oder Glasfaser zu empfangen. Ein Kabelfernsehanschluss ist jedoch kein gleichwertiger Ersatz für Glasfaser, selbst wenn er mit imposanten Wortkreationen wie „Giganetz“ und „glasfaserschnell“ angepriesen wird. Jüngst hat die neue Ampel-Koalition FTTH und Kabelnetze zum Infrastrukturziel auserkoren. Es ist also besser, den Anschluss nicht zu verpassen – kostengünstiger ist es sowieso: Wer von Anfang an dabei ist, wenn die Telekom ganze Straßenzüge mit Glasfaser erschließt, zahlt sogar gar nichts. Die Telekom reicht die Kostenvorteile durch eine zügige Erschließung an die Hausbesitzer weiter. Wenn die Straße allerdings später eigens aufgerissen werden muss, um eine Liegenschaft anzuschließen, kann das mitunter teuer werden.   

Oft wird das Thema Glasfaser auch an Elektrobetriebe, Planer oder Berater weitergereicht, weil die, so die Hoffnung, „sich damit auskennen“. Dabei hängt die Antwort oft von den Geschäftsinteressen der Befragten ab: Der Elektrobetrieb hofft nach dem Lohn für die Installation auf einen dauerhaften Wartungsvertrag für ein Netz, das jedoch vielleicht ein großer Glasfaseranbieter professioneller baut, obendrein kostenlos errichtet und auch dauerhaft betreibt.

Dabei ist es gar nicht so schwer, eine nachhaltig gute Entscheidung anhand einfacher Fragen zu treffen: Was hat der Mieter davon? Was haben Hausbesitzer und Verwalter davon? Wer muss was bezahlen? Ist die Lösung langfristig technisch und rechtlich sicher?

Es gilt also, sich rechtzeitig zu informieren und vorzubereiten. Denn bei Verträgen, Leitungsführung, Anschlüssen und Abrechnung gibt es verschiedene Möglichkeiten, die die Eigentümer und Verwalter kennen sollten.

Doch zunächst sollte man wissen, wann die Liegenschaft an der Reihe ist: Die Telekom informiert Immobilienbesitzer und -verwalter bundesweit über ihre Ausbauplanung, Konkurrent Deutsche Glasfaser hat sich vorwiegend auf Einfamilienhausbesitzer im ländlichen Raum spezialisiert. In einigen großen Städten engagieren sich Citynetzbetreiber für den Glasfaserausbau; meist in Kooperation mit der Telekom, z. B. Netcologne in Köln-Bonn, oder auch in direkter Konkurrenz, z. B. m-net in München. Bei kleineren Anbietern sollte man kritisch hinterfragen, ob sie überhaupt in der Lage sind, als „Einzelkämpfer“ ohne großen Partner im Rücken ein zeitgemäßes Medienangebot mit Fernsehen, Streaming und Mediatheken sowie einen professionellen Kundenservice zu stemmen. Mitunter mischen auch Energieversorger beim Glasfaserausbau mit – mit dem Ziel, die Leitungen anschließend an große Provider zu vermieten. Dass diese Rechnung nicht immer aufgeht, musste der schwedische Vattenfall-Konzern in Berlin erleben, deren Netze von der Telekom verschmäht werden. 

Kooperationen statt Glasfaser-Wildwuchs

Die Telekom befürchtet daher nicht ganz ohne Grund, dass in Deutschland ein Glasfaser-Flickenteppich und Wildwuchs an Technikkonzepten entsteht. Zumal sich der Zorn der Verbraucher bei Leitungs- oder Serviceproblemen auch bei ihnen entlädt und nicht bei dem Unternehmen, das die Leitung gebaut und vermietet hat. Die Telekom versucht deshalb ihrerseits, Energieversorger, regionale Netzbetreiber und andere lokale Anbieter für Partnerschaften zu gewinnen, durch die jeder ein Stück vom Kuchen abbekommt – und das bei sicherer, abgestimmter Technik. Auch den Wohnungsunternehmen bietet sie vergleichbare Kooperationen an.

 

Stehen Provider und Ausbauzeitraum fest, stellt sich die Frage, wie weit die Glasfaser reichen soll: Endet die Leitung im Keller, werden die Mieter nach und nach auf Bestellung angeschlossen. Konsequenter ist es, alle Wohnungen in einem Rutsch mit einem neuen Anschluss zu modernisieren. Bei der Telekom ist dies für die Mieter unverbindlich und ohne Abnahmezwang; es werden keine alten Leitungen abgeschaltet. So oder so sollte man den Provider rechtzeitig zu einer Vor-Ort-Besichtigung einladen, um den optimalen Leitungsweg zu klären. Das ist einfacher, als es klingt, denn Glasfasern sind extrem fein und dennoch robust. Sind keine Leerrohre oder stillgelegte Kaminschächte vorhanden, können sie auch unauffällig auf Putz und sogar über Fassaden und Balkone geführt werden. Schließlich: Wie viele Fasern dürfen es sein? Diese Frage beantworten eine WEG oder ein Hausbesitzer anders als ein großer Wohnbaukonzern, deshalb bietet die Telekom individuelle Lösungen nach Maß an. Natürlich ist das auch eine Frage der Kosten. Der Hausanschluss ist bei der Telekom im Rahmen des Ausbauprojekts kostenlos. Für den Anschluss der Wohnungen bietet die Telekom nach Wunsch eine umlagefähige Abrechnung an – oder auch Lösungen, die für Mieter und Hauseigentümer kostenneutral sind. Angesichts steigender Energiepreise und Mietnebenkosten ist es sinnvoll, die Mieter vor zusätzlichen Belastungen zu schützen. Welcher Weg der beste ist, lässt sich nicht pauschal beantworten – dafür sind Immobilien und Mieter zu verschieden. Fest steht nur eins: An der Glasfaser führt kein Weg vorbei. Vermieter und Verwalter sollten das Thema nicht auf die lange Bank schieben und vorbereitet sein, bevor der Bagger vor der Tür steht.

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